Wie wird man Prokuristin?
Als Susanne Hödl im September 2003 bei autArK begann, war vieles noch überschaubar. Rund 20 Mitarbeiter*innen arbeiteten damals kärntenweit für die Soziale Dienstleistungs-gGmbH. Susanne startete mit 20 Wochenstunden im Sekretariat und kümmerte sich vor allem um Abrechnungen.
Es war eine Zeit, an die sie heute noch gerne zurückdenkt.
„Am Donnerstag kam immer eine Reinigungskraft. Dann mussten alle kurz Pause machen, damit geputzt werden konnte. Wir haben gemeinsam Kaffee getrunken und über alles Mögliche geredet. Manches war wichtig, manches einfach nur Geplauder. Aber genau diese Momente haben uns als Team zusammengeschweißt.“
Diese familiäre Atmosphäre hat sie von Anfang an begeistert – und sie ist bis heute geblieben. Auch wenn autArK mittlerweile rund 700 Mitarbeiter*innen beschäftigt, ist dieser besondere Spirit im Unternehmen weiterhin spürbar.
Mit den Aufgaben gewachsen
In den folgenden Jahren wuchs autArK – und mit dem Unternehmen auch Susannes Aufgabenbereich. Sie stockte ihre Stunden auf, übernahm zunehmend buchhalterische Agenden und wurde immer stärker in administrative und organisatorische Prozesse eingebunden.
„Ich bin mit und an den Aufgaben gewachsen. Mir war immer wichtig, professionell und gut zu arbeiten.“
Susanne Hödl, Assistenz der Geschäftsführung & Prokura
Um diesem Anspruch gerecht zu werden, bildete sie sich kontinuierlich weiter. Neben ihrer Arbeit absolvierte sie zahlreiche Ausbildungen: einen Lehrgang im Sozialmanagement, Weiterbildungen im Controlling und Management, Ausbildungen im Rechnungswesen sowie schließlich die Bilanzbuchhalterprüfung.
Der Antrieb dahinter war nicht Karriereplanung, sondern Neugier: „Ich habe das alles gemacht, weil es mir Spaß gemacht hat. An Karriere habe ich damals nie gedacht.“
Parallel dazu intensivierte sich ihre Zusammenarbeit mit Geschäftsführer Andreas Jesse. Schritt für Schritt übernahm sie mehr Verantwortung, unterstützte ihn bei strategischen und organisatorischen Aufgaben – bis schließlich der nächste logische Schritt folgte: 2013 übernahm Susanne Hödl die stellvertretende Geschäftsführung.
Kreativität trifft auf Realismus
Die Zusammenarbeit zwischen Geschäftsführer Andreas Jesse und Susanne Hödl hat autArK über viele Jahre geprägt. Beide verfolgen ein gemeinsames Ziel: das Unternehmen zukunftsfit zu halten.
Wenn ein Unternehmen so schnell wächst wie autArK, müssen auch die Strukturen Schritt halten. Nur ein stabiles Fundament ermöglicht nachhaltige Entwicklung.
Dabei ergänzen sich die beiden Führungsköpfe in ihren Stärken. Andreas Jesse gilt als visionärer Kopf: immer auf der Suche nach neuen Ideen, innovativen Ansätzen und besseren Wegen, Inklusion in der Gesellschaft voranzubringen. Susanne Hödl hingegen bringt die pragmatische Perspektive ein. Sie denkt Prozesse zu Ende, prüft Ressourcen und achtet darauf, dass Ideen auch realistisch umgesetzt werden können.
„Wir können nur das umsetzen, was unsere Ressourcen erlauben – personell, organisatorisch und finanziell. Nachhaltige Planung ist entscheidend“, erklärt sie.
Wenn Kreativität auf Realismus trifft, entstehen tragfähige Lösungen. Genau diese Kombination hat viele zukunftsträchtige Entwicklungen bei autArK möglich gemacht.
Der Weg dorthin war nicht geradlinig
Der Karriereweg von Susanne Hödl begann allerdings keineswegs gradlinig. Nach der AHS startete sie zunächst ein Mathematikstudium – Zahlen lagen ihr immer schon. Danach folgte ein kurzer Ausflug in die Germanistik. „Und dann wollte ich sogar Tischlerin werden“, erzählt sie lachend.
Doch das Leben nahm eine andere Richtung. Susanne gründete eine Familie und widmete sich über viele Jahre ganz ihren drei Kindern. Rund zehn Jahre lang standen Arbeit und Karriere im Hintergrund. Als sie wieder ins Berufsleben einsteigen wollte, zweifelte sie zunächst an sich selbst. „Ich dachte damals: Nach so einer langen Pause kann ich eigentlich nur Kinder erziehen.“ Sie suchte daher zunächst eine Stelle in einer Krabbelstube oder im Kindergarten. Eine Schnupperwoche zeigte jedoch schnell: Das war nicht der richtige Weg. Über mehrere Umwege fand sie schließlich zu autArK – ein Wendepunkt in ihrem beruflichen Leben.
Arbeitgeber*in mit Haltung
Vor mehr als 20 Jahren war der Arbeitsmarkt für Mütter mit mehreren Kindern oft noch schwierig. Auch Susanne Hödl hat diese Erfahrung gemacht. Umso mehr wusste sie die Haltung von autArK zu schätzen: „Ich wusste von Anfang an: Als Mutter habe ich hier Rückhalt. Wenn ein Problem auftaucht, wird gemeinsam nach einer Lösung gesucht.“
Diese Werte prägen das Unternehmen bis heute. Flexible Arbeitsmodelle, gegenseitiges Vertrauen und lösungsorientiertes Denken gehören bei autArK zum Alltag. Oder wie Susanne es formuliert: „Work-Life-Balance wurde bei autArK schon gelebt, bevor es ein Trend war.“
Ein Wendepunkt in bewegten Zeiten
Ein besonders prägendes Jahr für autArK – und auch für Susanne Hödl – war 2020. Während die Corona-Pandemie weltweit zu Stillstand, Unsicherheit und Isolation führte, nutzte autArK diese Zeit bewusst zur Weiterentwicklung.
Gemeinsam mit einem externen Partner wurde das Unternehmen strategisch analysiert und die Organisationsstruktur überarbeitet. Dabei zeigte sich deutlich: Ein Unternehmen in der Größe von autArK braucht zusätzliche Zeichnungsbefugnisse, um Entscheidungen effizient treffen zu können.
Die Lösung: die Einführung einer Prokura.
Die logische Wahl war - Susanne Hödl. Seitdem trägt sie als Prokuristin Verantwortung dafür, dass zentrale Entscheidungen im Unternehmen abgesichert und Abläufe reibungslos gestaltet werden.
Führung mit offenen Türen
Heute steht Susanne Hödl für einen Führungsstil, der auf Vertrauen und Wertschätzung basiert. Ihre Bürotür steht immer offen – für Fragen, Anliegen oder Gespräche.
Zuhören, unterstützen, Lösungen finden: Das sind die Prinzipien, die ihre Arbeit prägen. „Es ist immer besser, etwas vorzuleben, als es nur zu predigen“, sagt sie. „Nur wenn man authentisch ist, erreicht man die Menschen.“
Für sie steht fest: Jeder einzelne Mensch im Unternehmen trägt zum gemeinsamen Erfolg bei.
„Die Leistungen der Mitarbeiter*innen müssen gesehen und anerkannt werden. Nur dann entsteht echte Motivation.“