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AUS DER PRAXIS

DIE ARBEITSASSISTENZ VERMITTELT MEHR ALS NUR EINEN „JOB“

Wenn eine Person, die arbeitssuchend ist, das Angebot der Arbeitsassistenz für Erwachsene in Anspruch nimmt, wird eine erfolgreiche Vermittlung an einen geeigne­ten Arbeitsplatz erwartet. Dass es bei dem Dienstleistungsangebot allerdings um mehr als eine Vermittlungstätigkeit geht, kann am Beispiel von Frau S. dargestellt werden.

 

Frau S.*, 32 Jahre, kam erstmals 2016 zur Ar­beitsassistenz für Erwachsene. Seither nahm sie dieses Angebot wiederholt in Anspruch.

 

Die Ausgangssituation

Frau S. verfügt über einen Pflichtschulabschluss im Rahmen einer Sonderschule. Eine berufliche Ausbildung erfolgte in Form einer zweijährigen Anleh­re und eines darauffolgenden Qualifizie­rungslehrgangs für den Bereich „Küche und Haushalt“. Danach war sie zweieinhalb Jahre im Gastronomiebereich als Servicehilfskraft tätig. Aufgrund eines Unfalls und dem damit verbundenen längeren Krankenstand kam es allerdings zur Auflösung des Dienstverhältnis­ses. Frau S. wurde arbeitslos. Die finanzielle Situation verschlechterte sich zunehmend. Ein familiäres Netzwerk, das die Teilnehmerin auffangen oder unterstützen hätte können, war nicht vorhanden.

Ihr weiterer beruflicher Werdegang war gekennzeichnet durch wiederholte Lang­zeitarbeitslosigkeit, die lediglich durch die Teilnahme an diversen Kursmaßnahmen und kurzfristigen Arbeitsversuchen - sowohl am 1. als auch 2. Arbeitsmarkt – unterbrochen war.

 

Psychosoziale Betreuung und Vernetzungsarbeit als wesentliche Bestandteile im Arbeitsalltag

Als Frau S. zum damaligen Zeitpunkt bei der Arbeitsassistenz für Erwachsene vorstellig wurde war bei ihr bereits ein sehr großer Leidensdruck wahrzunehmen. Die zahlreichen beruflichen Misserfolge haben sich negativ auf das psychische Befinden der Teilnehmerin ausgewirkt, was unter anderem eine deutlich eingeschränkte Belastbarkeit sowie zwischen­menschliche Probleme zur Folge hatte.

 

Ohne das Ziel der beruflichen Wiedereinglie­derung aus den Augen zu verlieren war es zu­nächst notwendig, für Frau S. eine Entlastung herbeizuführen und ihre Lebensverhältnisse zu stabilisieren. Es erfolgte eine Hilfestellung bei der Beantragung auf allfällige Unterstüt­zungsleistungen und eine Begleitung der Teilnehmerin zu entsprechenden Behörden­terminen, wodurch eine Stabilisierung der finanziellen Situation herbeigeführt werden konnte. Außerdem wurde durch die Arbeit­sassistenz ein ganzheitliches professionelles Hilfsnetzwerk installiert, das mit Frau S. an der Erhaltung ihres psychischen Wohlbefindens arbeitet sowie bei Angelegenheiten die Alltagsbewältigung be­treffend auch nach Beendigung der Teilnah­me bei autArK herangezogen werden kann.

 

Soziales Kompetenztraining für eine erfolgreiche berufliche Integration

Die Arbeitssuche wurde vorläufig auf eine geringfügige Beschäftigung reduziert, die im Reinigungsbereich auch gefunden werden konnte. Frau S. hatte wieder eine geregelte Tagesstruktur und schrittweise die Möglich­keit, ihr Belastbarkeitsniveau zu erhöhen und eine positive Selbstwirksamkeit zu erleben. Neben dem wirtschaftlichen Nutzen (Aus­gleichstaxenbefreiung), nahm der Betrieb außerdem eine Vorreiterrolle gegenüber anderen Leasing-Unternehmen ein und profi­tierte auch durch einen Imagegewinn.

Es wurden weiterhin laufende Reflexions­gespräche zur Verbesserung der sozialen Kompetenzen und Selbstwertsteigerung geführt. Nach ein paar Monaten fühlte sich Frau S. wieder dazu befähigt, ihr Beschäfti­gungsausmaß zu erhöhen. Dieser Übergang konnte mittels der Unterstützung durch das Jobcoaching zufriedenstellend bewältigt wer­den. Die Teilnehmerin hatte gelernt, mit Kritik und Leistungsdruck angemessen umzugehen. Mittlerweile geht Frau S. einer Teilzeitbeschäf­tigung – selbstständig, ohne bestehenden Unterstützungsbedarf – im Ausmaß von 25 Wochenstunden nach.

 

* Name aus Datenschutzgründen geändert

 

Den Praxisbericht gibt es auch als pdf-Datei

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